Bin ich traumatisiert? Auslöser, Symptome und Signale von Trauma

Hat Dir jemand schon mal versucht Dein traumatisches Erlebnis ausreden zu wollen, weil es angeblich nicht gross oder dramatisch genug war?

Ich war gut darin, mir selbst meine traumatischen Schulerlebnisse ausreden zu wollen, weil die ja keine Kriegs- oder Naturkatastrophenerfahrung waren. 

Das Mobbing in der Schule zählte da irgendwie für mich nicht dazu, dass dachte ich zumindestens.

Weit gefehlt – auch kleine Erlebnisse können traumatisch sein und haben anhand ihrer Anhäufung ebenso Brisanz.

Ich kenne viele Menschen, die immer wieder auf Unverständnis im Aussen stoßen, belächelt oder missverstanden werden. 

Ja man versucht ihnen sogar ihre traumatischen Erlebnisse auszureden.

Jeder hat ein Recht auf sein/ ihr Trauma und jedes Trauma ist legitim. Das Wissen darum, sei es als Betroffene oder Nicht-Betroffener schafft Brücken und Verständnis – ja es macht die Welt freundlicher und emphatischer. 

Auch, wenn Du nicht selbst betroffen bist, kann das Wissen darüber Dir helfen zu verstehen und zu unterstützen.

In meiner Arbeit als Yogalehrerin und Therapeutin finde ich es essentiell mich mit diesem Thema zu beschäftigen, denn Worte, Berührung, Bewegung, Atmung oder Achtsamkeit kann triggern, aufwühlen oder sogar überwältigen.

Da ist es wichtig zu wissen wie ich Reaktionen auffangen, Erlebnisse in diesem Moment begleiten und einen sicheren Raum schaffen kann.

Im letzten Artikel haben wir uns bereits angesehen, was Trauma ist und warum sich Trauma als ein Steckenbleiben im Überlebensmodus  zeigt – hier kannst Du noch einmal nachlesen: 

Heute soll es darum gehen, wie wir Trauma erkennen können und was uns traumatisierten kann und das wie immer aus einer somatischen Perspektive.

Ich habe dafür 2 leicht verständliche Definitionen/ Einteilungen unter vielen herausgesucht.

Vorab jedoch, lass uns noch mal die Frage anschauen:

Was passiert in unserem Körper, wenn wir uns in einer überfordernden/ traumatischen Situation befinden?

Wie bereits schon im letzten Artikel erwähnt, können Erlebnisse schnell zu Herausforderungen und Überforderungen werden. 

Ausschlaggebend für eine Traumatisierung ist nicht unbedingt die Schwere des Erlebnisses sondern unsere innere Kapazität (Resilenz) und der Zustand unseres vegetativen Nervensystems, damit umzugehen. So kann die Erfahrung einer Situation ganz individuell ausfallen. Das was den Einen traumatisierten kann, kann bei der Anderen nur leichte Stresssymptome auslösen.

Das Problem, das hierbei entsteht, ist wenn wir belastende Erinnerungen daran nicht verarbeiten können. Dann führen diese zu tiefgreifenden psychischen, mentalen und körperlichen Verletzungen/ Störungen. Wir entwickeln ein Trauma oder eine Traumastörung und können unser Leben und Alltag nicht mehr frei und selbstbesitimmt leben.

Wenn unser Körper sich in einer Gefahrensituation befindet, aktiviert er instinktiv, fernab von unserem logischen Denken, eine große Menge an Energie (Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol spielen eine wichtige Rolle). Diese Energie soll uns helfen, den Körper gegen jegliche Gefahr zu schützen. Wir sind hochaktiv – dies nennt Peter Levine die Traumaenergie. (1, S.14)

Hier noch mal zur allgemeinen Orientierung, was eigentlich nach einem herausfordernden Erlebnis in uns passiert.

Wir können folgende Reaktionsketten beobachten: 

Übererregung – Konstriktion (Zusammenziehen) – Dissoziation (Abspaltung) – Verleugnung – aber auch Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Unbeweglichkeit oder Erstarrung. 

Normalerweise erreichen diese Zustände zuerst einen Höhepunkt bevor sie sich sich langsam, begleitend von Zittern, Schütteln des Körpers, Hitzewallung, Vertiefung des Atems, zur Muskelentspannung bis hin zur Erleichterung und einem Gefühl der Sicherheit auflösen. (1, S.14)

Was heisst das genau? – (1, S.14)

  1. Übererregung

Unser Herz schlägt schneller. Wir haben Schwierigkeiten zu atmen oder atmen schnell und flach. Wir beginnen zu schwitzen und spüren Muskelanspannung im Körper. Auf geistiger Ebene haben wir ständig wiederkehrende/ wiederholende Gedanken und Sorge.

2. Konstriktion (Zusammenziehen)

Unsere Sichtweise verengt sich, wir fokussieren auf die Gefahrenquelle. Unser Muskeltones ist hoch, die Körperhaltung und unsere Blutgefäße sind angespannt. Das Blut fliesst in die Extremitäten, um uns für den Kampf oder die Flucht zu mobilisieren. Wir können uns aber auch wie erstarrt und taub fühlen.

3. Dissoziation (Abspaltung)

Der Moment der Abspaltung von der Situation hilft uns nicht völlig überwältigt von all dem (Angst, Panik oder Schmerz) zu sein. Die Idee dahinter ist, dass wir dieses Erlebnis überstehen.

4. Verleugnung

Verleugnung ist ebenfalls ein wichtiger Schutzmechanismus unseres Körpers, um mit dem Erlebnis umzugehen. Wir lösen uns vom Geschehen und den jeweiligen Menschen bzw. den Erinnerungen und Gefühlen daran. Eine Form der Verleugnung sind beispielsweise chronische Schmerzen oder Erschöpfungszustände – wir spalten somatisch einen Teil unseres Erlebens ab. Hier noch mal zur Anmerkung, dass dies instinktiv, unbewusst und ohne unser logisches Denken geschieht. Peter Levine beschreibt dies als somatische Dissoziation. 

Brauchst Du eine Pause oder magst Du weiterlesen?

Wähle Dir Dein Tempo. Du bist das Maß der Dinge.

Und wenn Du bereit bist, dann lass uns gern mal anschauen, was diese Erlebnisse sein können, die uns überfordern und krank machen können?

Dafür kann uns folgende Einteilung von Trauma helfen:

Akutes, chronisches oder komplexes Trauma 

Die einfachste und kürzeste Kategorisierung von Trauma lässt sich in den Begriffen wie akutes, chronisches und komplexes Trauma wiederfinden.

1. Akutes Trauma

Akutes Trauma resultiert aus einem einzelnen Vorfall, z.B. durch einen Autounfall, einer Naturkatastrophe, durch einen Überfall ausgelöst oder in dem man/ frau Zeuge/in eines gewaltvollen Übergriffes ist. 

Diese Dinge können eine andauernde negative Auswirkung auf uns haben. 

Akute Traumen können extrem genug sein, um unsere emotionale oder körperliche Existenz zu bedrohen und können zu einer post-traumatische Störung (PTSD) führen.

Welche Symptome lassen sich finden:

  • extreme Angst und Panickattacken
  • Verwirrung
  • Schlafstörungen
  • Abgetrennt vom Leben und der Umwelt
  • Unbegründete Vertrauensprobleme
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Unfähigkeit sich um sich selbst zu kümmern
  • Aggressives Verhalten

Wenn akutes Trauma unerkannt bleibt oder nicht behandelt wird, kann dieses in ein chronisches Trauma führen. 

2. Chronisches Trauma

Chronisches Trauma wiederholt sich und ist anhaltend über einen längeren Zeitraum. 

Auslöser und Ereignisse können sein:

  • häusliche Gewalt
  • Fortlaufende Behandlungen bei Krankheit
  • Kindesmissbrauch
  • Mobbing
  • Sexueller Missbrauch
  • Gefahrenaussetzung im Krieg oder in Kampfsituationen

Interessant hierbei ist, dass die Symptome des chronischen Trauma für einen längeren Zeitraum (Monate bis Jahre) unentdeckt bleiben können, bevor sie an die Oberfläche geraten.

Symptome, die auftreten können, sind:

  • Emotionale Ausbrüche/ starke Gefühlsschwankungen
  • Flashbacks
  • Angst
  • Wutausbrüche
  • Erschöpfung
  • Kopfschmerz
  • Oder anhaltende Übelkeit

3. Komplexes Trauma

Komplexes Trauma zeigt sich, wenn wir einer Vielzahl von traumatischen Ereignissen ausgeliefert sind, welche oft übergriffig sind und auf zwischenmenschlicher Ebene geschehen. Komplexes Trauma ist oft geplant, andauernd, extrem und sich wiederholend. Auffallend ist, dass es oft mit Scham, Vertrauensbruch und Selbstwerteinbruch einher geht.

Komplexes Trauma kann durch Ereignisse hervorgerufen werden wie:

  • Kindesmissbrauch
  • Vernachlässigung
  • Negative und Belastende Kindheitserfahrungen
  • Häusliche Gewalt oder in der Gemeinschaft
  • Kriegstrauma, Genozid
  • Kulturelle Umsiedlung
  • Sexueller Missbrauch
  • Obdachlosigkeit
  • Medizinische Eingriffe
  • Chronische Erkrankung
  • Hungersnot

Anzeichen dafür können sein:

  • das Gefühl gefangen zu sein
  • Umgangsstrategien sind oft Abhängigkeiten (Alkohol, Drogen), 
  • Selbstverletzung, Selbsthass
  • Essstörungen
  • Weitere Symptome siehe chronisches Trauma

Wenn Du bereit bist zum Weiterlesen, dann….

…möchte ich Dir die Einteilung nach der Schwere des Traumas durch Dr. Francine Shapiro vorstellen, welche ich interessant finde.

Dr. Shapiro ist die Begründerin der EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing – Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung) Psychotherapie, mit der weltweit erfolgreich zahlreiche Menschen mit Traumafolgen behandelt wurden. Ein zentrales Therapieelement der EMDR-Behandlung ist die Nachverarbeitung der belastenden Traumaerinnerung unter Nutzung bilateraler Stimulation der Augen. 

Dr. Shapiro teilt Trauma in kleines und grosses Trauma, welches aber das kleine Trauma nicht weniger brisant macht.

Shapiros Einteilung wird auch kritisiert, weil diese nach der Schwere des Trauma unterscheidet. Für mich jedoch öffnet sie neue Räume, die es dem Einzelnen erlaubt jegliche traumatische Erlebnisse auch selbst einzuschätzen und egal wie schwer sie als traumatisch zu bezeichnen.

Kleines Trauma (small t-trauma) und großes Trauma (Large T- trauma)

Hier möchte ich nochmals anmerken, dass es nicht an uns ist, über das Trauma des Anderen zu urteilen oder deren Tragweite zu messen.

Nur die Person selbst kann empfinden und auch ausmachen, wie groß die Auswirkung dieses Traumas ist. 

Trauma ist etwas sehr individuelles und kann nicht mit äusseren Maßstäben gemessen werden, denn es richtet sich nach der inneren Resilenz und Möglichkeit des Einzelnen mit einer Situation umzugehen.

So kann das Mobbing oder Nicht-Beachten in der Gruppe sowie eine Geburt – eine große traumatische Auswirkung haben. 

1. Kleines Trauma

Kleine Traumen sind Ereignisse, welche täglich unsere Fähigkeit übersteigen damit umzugehen. Sie können als die „scheinbar“ wenigen katastrophalen Ereignisse bezeichnet werden, weisen jedoch ein enorm hohes Maß an Scham, tiefe Verunsicherung und Schuld auf. 

Diese vielen kleinen Traumen können oft übersehen werden, wiegen jedoch in ihrer Anhäufung schwer.

Kleine Trauma sagen etwas darüber aus wie wir uns täglich zu uns selbst und Anderen verhalten. 

Ein kleines Trauma allein führt vielleicht nicht zur totalen Überforderung oder Dissoziation, aber die Ansammlung vieler kleiner Traumen, über die Jahre, kann zu emotionalen, körperlichen oder mentalen Problemen führen. 

Die weniger offensichtlichen kleinen Traumen für uns passieren in der Kindheit durch emotionale Vernachlässigung, oder in Situationen, in denen Eltern emotional nicht zur Verfügung standen.

Peter Levine über die Wichtigkeit kleiner Traumen:  „Eine Serie kleinerer Unglücke kann auf Dauer die gleiche schädliche Wirkung auf eine Person haben, wie zum Beispiel Krieg oder Vergewaltigung. In diesem Sinne haben die meisten von uns Trauma direkt oder indirekt erfahren.“

Kleine Traumen schliessen Auslöser ein, wie:

  • Nicht emotional angenommen zu sein von Anderen
  • Nicht genügend emotional gehalten worden zu sein als Kind
  • Allein gelassen von den unmittelbaren Bezugspersonen/ Eltern
  • Sich selbst emotional vernachlässigen und sich nicht ernst nehmen 
  • Das Ende einer Beziehung/ Scheidung
  • Zwischenmenschliche Konflikte mit Freunden und Familie, Kollegen
  • Ein Vertrauensbruch 
  • Ein Plötzlicher Wohnortwechsel
  • Ein Neuer Jobbeginn
  • Die Geburt eines Kindes/ Geburtstrauma für Kind oder Mutter
  • Scheidung
  • Mobbing
  • Oder auch Finanzielle oder rechtliche Sorgen
  • Und Krankheiten

2. Großes Trauma

Ein großes traumatisches Erlebnis ist oft schon genug, um eine seelische Belastung mit sich zu ziehen und das tägliche Leben enorm zu beeinträchtigen. Wir fühlen uns machtlos, ausgeliefert und hoffnungslos. Wir haben keinerlei Einfluss auf äußere Gegebenheiten und fühlen uns in extremer Lebensgefahr.

Große Traumen sind Ereignisse, welche von existentieller innerer und äußerer Bedrohung sind durch Angriffe auf unser Leben und unserer körperliche Unversehrtheit. 

Wir sind nicht mehr in der Lage den Alltag zu meistern, wir vermeiden Menschen, Handlungen oder Orte (Menschenansammlungen, Kontakt) und sind im totalen Rückzug.

Große Traumen können Ereignisse sein wie:

  • Belastende Kindheitserfahrungen (adverse child events) zwischen dem 0. und 17. Lebensjahr 
  • Körperlicher und sexueller Missbrauch
  • Verlust eines geliebten Menschen
  • Naturkatastrophen
  • Unfall 
  • Schwere Erkrankungen
  • Invasive medizinische Eingriffe
  • Krieg/ Terror/ Folter
  • Oder anhaltende Gefahr und Bedrohung im Lebensumfeld

Was signalisiert Dir Dein Körper in diesem Moment?

Brauchst Du eine Pause? Oder möchtest Du weiterlesen?

Wenn ja dann schauen wir uns an, wie Du Trauma Symptome und Signale erkennen kannst?

Trauma – wertvolle Signale und Symptome

Signale und Symptome sind wichtige Informationen, die uns unsere Körper sendet. Durch diese Signale will uns unser Körper zeigen, dass sich etwas nicht richtig anfühlt, dass etwas in uns unsere Aufmerksamkeit braucht und, dass wir etwas brauchen.

Wichtig ist zu verstehen, dass wenn wir über einen längeren Zeitraum und wiederholt Körpersignale ignorieren, können sich damit auch sich Traumasymptome verfestigen. 

Die ersten Symptome, wie Du oben schon gelesen hast, welche nach einer traumatischen Situation entstehen können, sind: Übererregung, Konstriktion, Dissoziation, Verleugnung etc. 

Die folgende Symptome habe ich von Janina Fisher ausgewählt und übersetzt, die wie ich finde sehr übersichtlich und informativ sind. Janina Fisher ist für mich eine unglaublich emphatische und versierte Traumaexpertin mit dem sensumotorisch orientierten psychotherapeutischen Ansatz.

Trauma Signale und Symptome:

  • Aufdringlich, persistierende Gedanken an ein bestimmtes Ereignis 
  • Albträume
  • Flashbacks
  • Hoffnungslosigkeit
  • Abnehmende Konzentrationsfähigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Taubheit (emotional, mental u körperlich)
  • Interessenverlust/ Abkehr vom Leben
  • Reizbarkeit
  • Depression
  • Dissoziation
  • Wenig oder keine Erinnerungen an das Erlebte
  • Erhöhte Wachsamkeit
  • Selbstzerstörerisches Verhalten
  • Abhängigkeit
  • Essstörung
  • Chronische Schmerzen/ Autoimmunerkrankungen/ Kopfschmerzen
  • Emotional überwältigt sein
  • Panikattacken
  • Scham und Selbsthass/ Ablehnung
  • Oder Schreckhaftigkeit

Zusammenfassung

Wie Du der Aufgliederung von Trauma entnehmen kannst, existiert eine große Bandbreite an Auslösern, sei es durch Kindheitserlebnisse, Unfälle, Katastrophen, medizinischen Eingriffen, Krankheiten oder zwischenmenschlichen Gegebenheiten. 

Das zeigt noch mal, dass es nicht auf das Ereignis selbst ankommt sondern auf die eigene Möglichkeit oder viel mehr Kapazität (Resilienz) mit diesen Herausforderungen umzugehen. Der Zustand Deines Vegetativen Nervensystems spielt hierbei eine bedeutende Rolle.

Wichtig festzuhalten, ist der Moment der Anhäufung vieler kleiner Traumen, die oft zugedeckt und versteckt sein können, aber ein unglaubliches Potenzial haben, unseren Alltag als Überforderung werden zulassen und uns damit ein großes Stück Lebensqualität rauben können.

Auch hast Du vielleicht gesehen, dass es eine Vielzahl von Symptomen gibt, die durch Trauma hervorgerufen werden können. 

Natürlich müssen nicht alle Symptome ausgelöst sein von Trauma oder es ist nicht jeder, der diese Symptome aufweist, traumatisiert. Dennoch geben sie einen hilfreichen Einblick und erste Orientierung.

Diese Symptome betreffen den ganzen Körper. Denn Trauma als Überlebensmodus aktiviert unser Vegetatives Nervensystem, welches eine Vielzahl von lebenswichtigen Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Muskelkontraktion, Gehirnfunktion oder Schlaf regelt. Trauma somatisiert sich, zeigt körperliche Symptome und wirkt sich bis in die mentale und emotionale Ebene unseres Seins aus.

Und vielleicht wirst Du Dich an dieser Stelle fragen, bin ich traumatisiert?

Die Frage an Dich ist, was behindert Dich in Deinem Leben und was hält Dich ab in Deine Kraft zu kommen?

Gibt es immer wiederkehrende Gedanken, Erinnerungen, Gefühle, die Dich nicht loslassen oder Vereinsammung? Oder sind es Schlafstörungen, anhaltende Schmerzen, Verspannungen, Ängste oder Erschöpfung?

Oft erscheinen uns nämlich diese Dinge als normal, weil sie uns schon so lange begleiten – sie sind zu einem Teil unserer Normalität geworden und sind es dennoch nicht.

Chuck Spezzano hat ein mal treffend formuliert: „Wenn wir unsere Hausaufgaben nicht machen, machen sie uns.“

Ich habe mir damals lange den Kopf darüber zerbrochen. Heute merke ich, wie wichtig diese Aussage geworden ist, nicht nur in meinem eigenen Leben, auch in meiner Arbeit als Therapeutin oder Yogalehrerin. 

Wir alle haben oft ein Seelenpacket mit uns zu tragen, die Frage ist wie wir es tragen? Ziehen wir es hinter uns her – nicht sehen wollend und könnend – was da an unserem Fuß gebunden ist? Tragen wir es auf unseren Schultern – und brechen unter der Last aus Schuld oder Scham zusammen? Oder halten wir es wie zwei Fackeln in unseren Händen – die uns den Weg auf unserer Strasse, in unserem Leben leuchten? 

Welches Bild trifft es für Dich eher?

Spür gern mal nach.

Mit der Schwere oder dem Gefühl der Überforderung des Alltags oder des eigenen Körpers lohnt es sich gemeinsam in einem therapeutischen Rahmen dies anzusehen, um es zu transformieren. Denn ein wohlwollendes Gegenüber (Therapeut) hat ein unglaubliches Heilungspotential und kann uns helfen wieder Sinn und Leichtigkeit in unserem Leben zu finden.

Ausblick

Und darum soll es im nächsten Artikel gehen. Da möchte ich Dir ganz praktisch zeigen, wie Trauma zur Fackel, ja zur Chance und zu einem Katalysator für mehr Wachstum werden kann. 

Auch, wenn wir es in diesem Moment vielleicht noch nicht sehen können, bietet Trauma unglaubliche Möglichkeiten der Transformation in denen nicht nur Du ein großes Stück näher kommst sondern es auch Deine Beziehungen und die Welt bereichern kann. 

Ich freu mich auf Dich beim nächsten Schreiben und Lesen.

Sonnige Grüße für ein sonniges Leben

Rabea

P.S.

Und wenn Dich das Thema Trauma und Körpergefühl genauer interessiert, ab März vertiefen wir das Thema in der nächsten Yin Yoga Aufbauausbildung. Ich finde Trauma ist nicht nur interessant, wenn Du mit Bewegung oder Yoga arbeitest sondern kann Dir noch mal einen vertiefenden Einblick in Deinen eigenen Körper geben. Neben viel Theoretischem, dreht sich natürlich alles um die praktische Umsetzung des neuen Wissens.

Hier kannst Du mehr erfahren:

Literatur und Quellen

Mein Artikel schöpft aus neben zahlreichen Vorträgen von Dr. Peter Levine, Dr. Gabor Mate, Dr. Pat Ogden, Dr. Bessel van der Kolk auch aus folgender Literatur: (Ich lese gern im englischen Original, habe Dir aber, wenn vorhanden die deutsche Übersetzung rausgesucht.)

Vom Trauma befreien  (2007), Peter A. Levine – (1)

Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers (1998), Peter A. Levine

Verwundete Kinderseelen heilen (2013), Peter A. Levine

Sprache ohne Worte (2011), Peter A. Levine

Trauma und Gedächtnis: Die Spuren unserer Erinnerung in Körper und Gehirn – Wie wir traumatische Erfahrungen verstehen und verarbeiten (2016), Peter Levine

Verkörperter Schrecken – Traumaspuren in Gehirn, Geist und Körper und wie man sie heilen kann (2015), Bessel van der Kolk

Die Polyvagaltheorie – Traumabehandlung, soziales Engagement und Bindung (2021), Stephen Porges

Die Polyvagal-Theorie in der Therapie: Den Rhythmus der Regulation nutzen (2021), Deb Dana

Wenn der Körper nein sagt: Wie verborgener Stress krank macht – und was Sie dagegen tun können (2020), Gabor Mate

Im Reich der hungrigen Geister: Auf Tuchfühlung mit der Sucht – Stimmen aus Forschung, Praxis und Gesellschaft (2021), Gabor Mate

Sensorimotor Psychotherapy (2017), Pat Ogden

Trauma ist ziemlich strange (2019), Steve Haines

Frei werden von der Vergangenheit: Trauma-Selbsthilfe nach der EMDR-Methode (2013), Francine Shapiro

Noch nicht gelesen aber eine gute verständliche praktische Einführung in die Problematik von deutschen Traumaexpertinnen:

Bin ich traumatisiert?: Wie wir die immer gleichen Problemschleifen verlassen (2021), Verena König

Auch alte Wunden können heilen: Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und – wir dennoch Frieden in uns selbst finden können. (2018), Dami Charf

Veröffentlicht von QiYinFusion

For more than 24 years, Rabea has been following her passion for studying the mind-body connections. Since 2009, she has been working as a certified CAM practitioner and teaching Qi Gong (since 2006) and Yoga (since 2015) worldwide in countries like Germany, Cambodia, Thailand, Taiwan, and Spain. She studied Yin Yoga with well-known teachers like Sarah Powers (USA), Paul Grilley (USA) and Bernie Clark (Canada) and has completed her 380 hours of certified teacher training courses. Rabea also has a background in Traditional Chinese Medicine and Japanese Acupuncture which she studied for 3 years during her training as a CAM Practitioner. She teaches, what she calls QiYinFusion, a combination of Yin Yoga, Qigong, mindful movement, deep breath work, somatic awareness and also includes approaches like Traditional Chinese Medicine, Polyvagal Theory, Gestalt therapy and Somatic Experiencing in her work as a teacher and therapist. Rabea deeply believes that through mindfulness movement, visualization, breathwork, and meditation - we can not only approach and activate the parasympathetic nervous system which plays a key role in healing and convalescence but also effectively stimulate the body’s subtle energy system (the meridians of the body), activate our muscles to build up new strength and stretch the body’s connective tissue to gain more physical flexibility and release physical tension, pain and old trauma. The intention of her work is to build self-awareness and resilience in her clients and students and to nurture and teach effective tools for self-regulation so that they can feel safe and at home in their bodies again.

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